© Michael Leitner und Jan-Philipp Hein
„Hätte man sich 1981 die Krankengeschichte der ersten fünf AIDS-Patienten etwas genauer angesehen, dann wäre der
Welt die ganze AIDS-Hysterie erspart geblieben.“ Das sagt Heinrich Kremer, Medizinaldirektor a.D. und Arzt. Kremer
beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit dem Phänomen AIDS. Als 1981 in Los Angeles die ersten AIDS- Patienten
auftauchten, war Kremer Direktor einer Fachklinik für Drogenabhängige, die in der Bundesrepublik von fünf
Bundesländern getragen wurde.
Kremer kann nicht verstehen, warum die US- Seuchenbehörde CDC (Centers for Desease Control) damals eine
Infektionskrankheit bei den ersten 5 Patienten vermutete: „Die CDC erklärte die 5 jungen Schwulen für 'vorher
gesund', deshalb fand man keine Erklärung für die 'Immunschwäche' der Männer.“ Hätte man sich ihren Lebenswandel,
ihren Drogenkonsum angeschaut, hätte es keinen Arzt wundern dürfen, dass diese 5 Männer erkrankten.
Ein Blick in den Bericht der CDC von 1981 scheint Kremers Aussage zu bestätigen: „Alle 5 berichteten über den
Gebrauch von inhalativen Drogen.“ Dazu Kremer: „Das ist Poppers, bis heute eine vor allem bei schwulen Männern
sehr beliebte Schnüffeldroge, die vor allem den Analverkehr erleichtert.“ Poppers, die chemische Bezeichnung ist
Amylnitrit, schädigen das Immunsystem, reduzieren die Fähigkeit des Blutes, Sauerstoff zu ransportieren. Sie
verursachen Blutarmut, schädigen die Lunge, bedingen elluläre Veränderungen bis hin zu Krebs. Dazu Kremer: „Wer
Poppers rgelmäßig nimmt, der schädigt nachhaltig die körpereigene nergieproduktion, sein Immunsystem und riskiert,
das Kaposi Sarkom (KS), ine Art Krebs, zu entwickeln.“ Kaposi käme unter AIDS-Kranken beinahe usschließlich bei
Schwulen vor. „Wieso ist man 1981 nicht darauf gekommen, dass einige der AIDS-Patienten diesen Krebs bekamen, weil
sie regelmäßig Poppers benutzten? Es gab schon damals entsprechende Fachliteratur.“
Doch damit nicht genug. Kremer findet weitere Ansatzpunkte, die ersten AIDS-Fälle zu erklären: „Ich bin auf
mehrere Studien gestoßen, die ganz klar aufzeigen, dass schwule Männer in den Großstädten ab Ende der 70er Jahre
extrem häufig
mit dem Antibiotikum Cotrimoxazol (auch Bactrim genannt) behandelt wurden. Und zwar sehr viel häufiger als andere
Teile der Bevölkerung.“ Dieses Mittel schädige die Mitochondrien, in menschliche Körperzellen eingebaute
Bakterien, die fast die gesamte Körperenergie produzierten. „Auch die Darmflora wird von Cotrimoxazol angegriffen,
Nahrung kann deshalb nicht mehr richtig verwertet werden, die Menschen bekommen Auszehrungserschei-nungen,
verlieren an Körpermasse.“
Antibiotika sind Medikamente, die schädliche Bakterien abtöten oder ihre Vermehrung verhindern sollen. Im
menschlichen Organismus jedoch gibt es viele Milliarden Bakterien, ohne die der Körper gar nicht existieren kann.
Auch diese würden, so Kremer, von den Antibiotika, besonders von Cotrimoxazol, vernichtet.
„Dieses Mittel wurde von schwulen Männern in den westlichen Metropolen sehr häufig genommen. Unter ihnen kamen
Geschlechtskrankheiten in den 70er Jahren viel häufiger vor, als unter Heterosexuellen.“ Ursache dafür sei, dass
ein Teil der Schwulen extrem viele Sexualpartner habe und passiver Analverkehr deutlich anfälliger für
Krankheitsübertragungen sei. „Cotrimoxazol ist ein doppelter Folsäurehemmer. Aber Folsäure ist auch eine
unverzichtbare Komponente, wenn der Körper neue Zellen aufbauen will.“ Folge der Einnahme von Cotrimoxazol: Der
Körper habe weniger Energie zur Verfügung, das Immunsystem werde
geschwächt und könne seine Hauptaufgabe, altes Zellmaterial zu entsorgen nicht mehr wahrnehmen. „Und davon
profitieren Mikropilze, die der Erreger der unter AIDS- Patienten gefürchteten PCP- Lungenentzündung (pneumocystis
carinii pneumonia) sind.“ Dies sei von den AIDS- Medizinern nicht richtig erkannt worden, weil viele eine andere
Erregerart für die AIDS- typische Lungenentzündung verantwort-lich machen. „Außerdem ist man unter
Medizinernbeinahe ein Ketzer, wenn man dem Nutzen von Antibiotika ihre Nachteile entgegen-hält."
Heinrich Kremer, der sich ausführlich mit den erstenAIDS-Fällen beschäftigt hat, kreidet der US-Seuchenbehörde CDC
und den Ärzten in Los Angeles einen fundamentalen Fehler an: „Man hat die Menschen weiterhin mit Cotrimoxazol
behandelt. Also mit dem Medikament, dass Schuld war an ihrem schlechten Gesundheitszustand, der Ursache ihrer
PCP-Infektionen.“ Außerdem habe man ihnen noch weitere stark nebenwirkungsreiche Medikamente gegeben, die ihren
Gesundheitszustand nicht gerade positiv beeinflusst hätten.
Für Kremer liegen die Ursachen für diese Fehlinterpretationen tief in den Denkstrukturen der pharmaorientierten
Schulmedizin verankert. Es sei für einen durchschnittlichen Mediziner einfach nicht vorstellbar, dass Medikamente
Menschen schaden könnten und zusammen mit Drogen lebensbedrohliche Krankheitssymptome auslösen können: „Die
Chance, das Phänomen AIDS als ein Resultat der exzessiven Lebensweise eines Teils der schwulen Szene zu verstehen,
wurde 1981 ausgeschlagen. Man hat außer Poppers und Cotrimoxazol auch andere Fakten verdrängt." Kremer meint
damit, dass einer der fünf Patienten intravenös Drogenabhängig war und zwei an Leberschäden litten. „Zusammen sind
das doch eindeutige Hinweise darauf, dass diese Menschen Raubbau an ihrem Körper betrieben hatten. Um Ihren
schlechten Gesundheitszustand zu erklären, brauchte man kein neues Virus zu vermuten.“
Heinrich Kremer ist auch nicht gut auf die Deutsche AIDS-Hilfe zu sprechen: „Es ist unglaublich, die behaupten in
einer Broschüre, Poppers sei harmlos, jeglicher Zusammenhang mit AIDS sei widerlegt. Beweise erbringen sie aber
nicht. Für mich ist damit die AIDS-Hilfe mitschuldig an zahllosen neuen AIDS- Fällen, weil sie Poppers
verharmlosen."
Die von Kremer angesprochene Broschüre "Argumente gegen die AIDS- Kritik“, 1994 erschienen, soll Argumente gegen
AIDS-Kritiker liefern: "Wer also den Gebrauch von Poppers einzuschränken versucht, sollte dies offen mit dem
Argument der Drogenfreiheit und der Einschränkung individuellen Verhaltens tun.“ Heinrich Kremer: "Es ist
unglaublich. Die Deutsche AIDS- Hilfe sagt Ja zu Sexdoping mit Hilfe von toxischen Drogen."
Nicht nur Poppers, auch die Medikation von Menschen sollen bei AIDS eine Rolle spielen. Das sagt Claus Köhnlein,
ein klassischer Schulmediziner aus Kiel. Köhnlein, der eine längerfristige Einnahme der AIDS-Medikamente
für eine der Hauptursachen von AIDS hält: „Die gültigen Richtlinien empfehlen bei einem Patienten mit positivem
HIV-Test eine Dauermedikation mit Cotrimoxazol. Ich glaube nicht, dass sich jeder einzelne Kollege daran hält, das
verbietet schon der gesunde Menschenverstand." Eine Dauermedikation mit einem starken Antibiotikum über Jahre sei
keine Prophylaxe, sondern eine ernsthafte Schädigung vieler Vitalfunktionen des Patienten.
Ähnlich wie Köhnlein hält die Frankurter Ärztin Sacher die Medikation von Menschen mit positivem HIV-Test für eine
der Ursachen von AIDS und dem Sterben von Menschen: „Man darf aber nicht vergessen, was mit diesen Menschen
psychisch passiert: Sie werden so stark ausgegrenzt, werden durch das Testergebnis als todgeweiht definiert und
leiden deshalb über Jahre an Todesangst. Dieser starke Stress alleine kann einen Menschen langsam umbringen, weil
das Auswirkungen auf viele physische Prozesse hat. Und das alles aufgrund eines Tests, der keine Aussage über eine
HIV-Infektion machen kann.“ Das sei unverantwortlich."
Der Charlottenburger Armin Langmann (Name von der Redaktion geändert) weiß ganz genau, wie diese Angst aussieht:
„Als ich vor 3 Jahren HIV-positiv getestet wurde, lag meine alte Existenz von einer Sekunde zur nächsten in
Trümmern. Nichts war mehr, wie vor dem Test. Und dann diese ständige Angst, es war schwer, überhaupt noch einen
Sinn im Leben zu sehen."
Auf der Suche nach Hilfe probierte der 44jährige mehrere HIV-Schwerpunktpraxen aus, obwohl er rein intuitiv keine
AIDS- Medikamente nehmen wollte. In keiner Schwerpunktpraxis fühlte er sich
gut behandelt: „Jeder Arzt sagte nur: 'Sie wissen, sie sind mit einem tödlichen Virus infiziert. Wenn Sie die
Medikamente nicht nehmen, werden Sie früh sterben.' Ich finde das unglaublich, da hat man ständig eine Todesangst,
und dann trifft man auf Ärzte, die diese Angst benutzen, um einem die Medikamente aufzudrängen."
Langmann hat lange gebraucht, um einen Arzt zu finden, bei dem er sich in guten Händen weiß: "Die meisten Ärzte
wollen mich als HIV- Positiven bei jedem Schnupfen gleich auf HIV behandeln. Ich habe lange Zeit gebraucht, um
einen Arzt zu finden, der meine Krankheiten so behandelt, wie man es mit einem Menschen ohne positivem HIV- Test
machen würde. Alle anderen wollten mich zur Einnahme der Cocktails drängen.“ Auch an den „Positiven-Gruppen“ der
AIDS- Hilfen und anderer Organisationen lässt er kein gutes Haar: „Die ziehen einen total runter, weil die nur
über ihre Laborwerte, über Krankheit und Tod reden."
Langmann suchte einen eigenen Weg, machte eine Psycho-Therapie, um mit der Angst vor AIDS fertig zu werden. Heute
geht es ihm gut, er hat wieder langfristige Pläne: „Jeder mit einem positiven Test sollte nicht verzweifeln und
versuchen, erst mal etwas gegen seine Angstgefühle zu unternehmen. Man muss das Gefühl überwinden, mit einem
Todesvirus infiziert zu sein. Ich glaube, dass keiner mit einem positiven Test sterben muss. Den Test sehe ich
sehr kritisch, kenne die Todesangst, die er auslöst."
Sein Testergebnis ist jetzt 3 Jahre alt, Langmann glaubt sich auf einem guten Weg. Für ihn steht fest: „Ich gehe
nie wieder in eine Schwerpunktpraxis, lasse mich nicht durch Ärzte zu etwas drängen. Ich treffe meine eigenen
Entscheidungen, gehe meinen eigenen Weg. Vielleicht stellt sich irgendwann heraus, dass es nicht der richtige war.
Aber dann kann ich wenigstens sagen: Es war mein eigener."